TASTE OF DOOM –„THE CHRONICLES OF TERROR „( MCD )
Jetzt lassen die Hessen ja doch endlich mal die Sau raus! Zwar ist aus dem geplanten Album nichts geworden, aber mit dem aktuellen Fünf Tracker beweisen TASTE OF DOOM, dass sie mehr als diesen öden Prügel Quark zu bieten haben, wie er auf dem Vorgänger „All quiet on the west front" zu hören war. Beim ersten Song („Reign of terror") war ich zwar noch am Verzweifeln und hab überlegt, ob ich das Teil gleich in die Tonne kloppen soll. Sozialkritische Texte hin oder her. Wenn sie allerdings derart unrhythmisch über leicht melodisches Midtempo Geprügel geshoutet werden, bzw. Gitarren und Schlagzeug versuchen, dem lyrischen Geholper zu folgen, dann macht das keinen Spaß. Also gut, ich bin relativ geduldig. Und die Hoffnung springt als Letztes über die Klinge. Und siehe da, TASTE OF DOOM können es doch! Old schooligem Thrash Metal bin ich immer zugetan. Auch wenn der Sound noch etwas eckig ist, die Tracks laufen lecker rund. Da haben Martin Schäfer und Johannes Rohrbach an den Gitarren, Bassist Sven Weber, Schlagzeuger Lars Härtel und Sänger Björn Weber deutlich hörbar am Songwriting gewerkelt. Aggression, Brachialität und die doch eingängige Melodik stehen sich nicht mehr im Wege, sondern verbinden sich zu ansprechenden Liedern, die zum Matte schütteln einladen. Meistens wird mittelschnell gezockt, aber weiß der Deibel nicht mehr so stumpf und eintönig wie auf dem Vorgänger Release. Die Songs haben jetzt auch einen Aufbau, der Abwechslung mit Soli, hymnischen Leads (ohne fröhlich folkigen Touch), Punk inspirierten Elementen und schnellen Passagen problemlos zulässt. Daumen hoch für diese Scheibe. Wie gesagt, der Opener bringt’s nicht ganz, aber der große Rest mit „Only an existence", „March", „Path of war" und „The history fetches back" ist überzeugend. Ganz ehrlich, für fünf Euro kann man sich „The chronicles of terror" zulegen, ohne es hinterher zu bereuen. Wenn auch nicht alles perfekt ist - man spürt, dass TASTE OF DOOM mit Leidenschaft Musik von Fans für Fans machen und das Ding einfach „leben".
( MICHA )